Dienstag, 25. März 2008

Das war Ostern 2008!

Ich hoffe ihr hattet alle ein paar angenehme und freie Tage. Ich habe es vorgezogen über Ostern zu entspannen. Sonst ist auch in den letzten Tagen nicht sonderlich viel geschehen. Der Job wird immer interessanter, aber damit will ich hier niemanden langweilen. Es sei nur angemerkt, dass es eine recht feine Laune macht.

Etwas Neues gabs allerdings. Mehr oder weniger freiwillig hab ich mir ne neue Frisur zulegen lassen. Man muss dem netten jungen Mann, der mir die Haare geschnitten hat aber lassen, dass er sich Mühe gegeben hat. Als es aber darin ging die Schere einzusetzen, konnte man sehen, dass er diese sonst nur der Vollständigkeit halber in seiner Toolbox hat. Nun hab ich ne einfache Kurzhaarfrisur, maschinengerecht ausgeführt. Das nächste Mal wird ich Wohl oder Übel in einem Hotel Ausschau halten müssen.

Wasser gabs auch mal wieder fällt mir da grad ein. Eigentlich gibt es hier in Accra ein funktionierendes Wassersystem, aber aufgrund unbestimmt andauernder Ausbesserungsarbeiten, ist es nicht funktionstüchtig. Also sollte ich stets den Wasserstand in meinen beiden Tanks(ca 1500l) im Auge behalten. Am Freitag, nachdem wir zwei Tage, so ziemlich trocken, gewartet haben, kam endlich der Wasserlieferant mit seinem Tankwagen. Jetzt sollten wir wieder Wasser für die nächsten drei Wochen haben. Abgerechnet wird übrigens pauschal, egaöl ab 200 oder 1400 Liter aufgefüllt werden, man zahlt immer ein Drittel, (da drei Parteien auf der Lodge) des Preises für die 1500 Gallonen, die geliefert werden. Teuer ist es allerdings nicht, ca 10€, find ich hmmkay. Es ist alles so interessant hier( kein Sarkasmus).

Gestern war Ostermontag. Da hier doch mehrheitlich Christen leben, ist dies ein ganz normaler Feiertag. Wir haben uns entschieden den Tag am LA Pleasure Beach zu verbringen. Da waren wir aber wohl nicht die Einzigen. Loveparade am Strand, würd ich mal sagen. Grob geschätzt 200.000 Menschen auf engstem Raum, Bühnen, laute Musik und ghanaische Superstars überall. Einfach nur unglaublich, wie viele Menschen da waren. Und da hin zu kommen scheint auch eine Kunst zu sein. Nimmt man den Haupteingang zahlt man an solchen Tagen etwa 4GHC. Die Meisten, so auch wir haben dann aber die Backdoorvariante gewählt. Soll heißen: Etwas weiter die Straße runter gehen, dann zum Strand und dort das Stück zurücklaufen. Doch auch da kommt man nicht gratis rein, erstmal ein Obolus, um von der Straße zum nichtkommerziellen Strand zu gelangen. Wollte man dann noch in den Bereich( ca. 1,5 km lang), wo die Bands und Bars und so waren, ging das auch nicht so leicht. Gewiefte, muskulöse und mit Knüppeln und mit Polizisten als Schutztruppe, Geschäftsleute, haben einfach mal den Strand blockiert und 1 GHC pro Person Eintritt verlangt. Das war ein Bild. Kann man sich gar nicht vorstellen. Alle waren total angespannt, also die etwa 500 Leute vor der Barrikade und die 20 „Aufpasser“. Eine eher unangenehme Erfahrung.

Beim Verlassen war es sogar noch schwieriger, obwohl wir den Haupteingang nutzten. Vor diesem standen hunderte Menschen, die, nach Möglichkeit gratis rein gelangen wollten, also jede Möglichkeit nutzten reinzukommen, in der die Tür geöffnet wurde, um Menschen rauszulassen. Ehrlich gesagt war ich dann auch froh zu gehen, da es zu echt üblen Auseinsandersetzungen kam.

Naja, hat aber irgendwie trotzdem Spaß gemacht…

Bis dann…

Dienstag, 18. März 2008

Fear and loathing in Labadi



...this is Batland...




Blick aus dem Büro






Freedom and Independence Arch

Eigentlich wollt ich den Post ja gestern schon machen, doch die Energieversorgung kam dazwischen. Soll hißen: Gestern gabs weder Strom noch Internet... und es war verdammt heiß... Egal, jetzt klappts ja wieder...

Da bin ich mal wieder…

Was gibt’s zu berichten? Nichts besonderes, zumindest was die Arbeit betrifft. Jedoch was meine Unterkunft betrifft. Der „Worst-Case“ für dieses Klima hier ist eingetreten. Mein Kühlschrank verweigerte den Dienst am Freitag. Das heißt, es gab nur noch warmes Wasser zu trinken und die Lebensmittel haben sich schneller nen „Pelz“ übergezogen, als ich es gedacht hätte. Also los, nen Anderen kaufen. Da es hier aber nur recht hochpreisige Neugeräte im Elektronikfachhandel zu erstehen gibt, entscheide ich mich für die Fridge-Corner. Das ist eine Straße im Nordwesten Accras, ca 700m lang, wo etwa 20 verschieden kleine Händler versuchen ihre frisch aufpolierten Gebrauchtgeräte aus dem vorigen Jahrtausend an den Mann/Frau zu bringen. Das Problem, das unverzüglich auftritt, ist, dass mich alle für einen Touristen halten, und somit die Preise einfach erstmal verdoppelt werden. Aber mal ganz ehrlich. Was soll ein Tourist mit einem Kühlschrank? Naja, egal. Hier sind die Menschen wenigstens ehrlich, und als ich sage, dass ich für den mir offerierten Preis ganz bequem einen Neuen im Fachhandel erwerben könnte, geht der Preis ein wenig runter. Nun erklärt man mir, dass ich, da ich ja schließlich helleren Hauttyps bin, stinkreich zu sein vermag. Als ich nun erkläre, dass ich Student sei, schenkt man mir keinen Glauben an die angespannte finanzielle Situation deutscher Studenten. Schlussendlich, nach mehrstündigen Verhandlungen, erstehe ich ein Gebrauchtgerät in gutem Zustand für ca. 50€. Inklusive zwei Wochen Garantie. Ein guter Preis, wie mir mein Chef versichert. Ich konnte den Verkäufer jedoch nicht davon überzeugen mein Altgerät in Zahlung zu nehmen J.

Nun, das war der eher anstrengende Vormittag. Nachmittags sind wir zu sechst zum Strand gefahren. Nicht irgendein Strand. Bojo-Beach. Ein schneeweißer Sandsrand, der nur mit einem Boot zu erreichen ist, und selbst mitgebrachte Getränke sind nicht gestattet. Ein Erlebnis. Nach fünf Minuten Strandfußball und einer beherzten Grätsche ist mein Knie blutig… verd…te Muscheln. Aber entschädigt werd ich kurze Zeit später, als ein Kamerateam, rund 20 Personen, zum Strand kommt. Erstaunlicherweise, bis auf den Kameramann und die Techniker, nur junge Frauen. Als ich nachfrage, was das denn damit auf sich habe, erklärt man mir, dass die dort eine Folge zur Wahl der „Miss University of Ghana“ drehen. Wie interessant. Das war der Tag, und ich falle gegen Zehn am Abend mächtig erledigt ins Bett.

Am Sonntag entschließen wir uns mal die „Accra-Mall“ auf einen Kaffee zu besuchen. Aber selbst in diesem sehr westlichen Ambiente serviert man nur „Instant Brühe“. Da die Geschäfte hier auch am Sonntag geöffnet haben, entschließe ich mich ein Kaffeesieb, Filter und Kaffeepulver zu kaufen, da Kaffeemaschinen annähernd mit Gold aufzuwiegen sind. So habe ich seit diesem Sonntag das Vergnügen des Filterkaffees. Man kann/will sich halt nicht an alles gewöhnen ;) Am Nachmittag wasche ich dann noch meine Wäsche… mit der Hand!

Nun sehe ich grad im Fernsehen, dass eine Wasserknappheit anzustehen scheint… bin dann mal weg, Wasser kaufen…

Machts fein und haltet die Ohren steif…

Mittwoch, 12. März 2008

Es macht Spaß

So, da bin ich mal wieder. Die letzten Tage waren eher stressig, was nicht schlecht ist. In den letzten Tagen war der Chef da. Deshalb gabs recht viel zu tun. Meine Aufgaben hier haben jetzt auch mal eine klare Struktur erhalten, und ich bin froh darüber. Ist halt alles spannend, mal das echte Geschäfts- Arbeitsleben zu sehen. Saß ja die letzten Jahre mehr oder minder interessiert hinterm Schreibtisch, um zu lernen.

Nun, was soll ich zu den letzten Tagen sagen. Es ist einfach unglaublich, wie viele Menschen ich in den letzten Tagen kennen gelernt hab. Zugegebenermaßen, fast alle aus geschäftlichem Anlass, nichtsdestotrotz haben sie mich aufs Herzlichste empfangen. Da waren etliche Angestellte und Administrative aus dem „Ghana Mulimedia Incubator Centre“, in dem ich auch arbeite. Für alle, dies interessiert, es ist kurz hinter der Freedom and Liberty Arch, dem Wahrzeichen Accras, wie das Brandenburger Tor in Berlin. Mit Blick auf den Golf von Guinea. Und das Beste ist, dass es teilweise klimatisiert ist.

Rote Ellipse: Ghana Multimedia Incubator Centre

Grüne Ellipse: Wohnung / Unterkunft in La


Ich will mich ja echt nicht über zu viel Sonne beschweren, auch hat es in den letzten Tagen mal für 30 min geregnet, aber ich lauf hier aus. Ich bin eigentlich permanent nass, vor allem, da jetzt auch noch der Regen der letzten Tage verdunstete und die Luftfeuchtigkeit auf grob geschätzte 180% bringt… uhhh

Nachdem ich nun fast alle aus dem Ghana Mulimedia Incubator Centre kennen lernen durfte, waren wir noch kurz beim „Ghanian Standard Board“, so was wie der DIN bei uns. Die sind wohl grad dabei ein paar Normen zu entwerfen respektive ändern, und waren ganz angetan davon, dass ich und mein Professor, der auch dabei war, aus Deutschland kommen, das nun unumstritten bekannt ist für seine Affinität zu Normen und Standards.




Das sind die Verdächtigen.


Dann hab ich da auch ein paar Schnappschüsse. Da hat uns tatsächlich jemand beim arbeiten erwischt


Das solls dann für heute erstmal gewesen sein.

Ich wünsch euch allen nur das Beste…reingehaun…

Freitag, 7. März 2008




Da bin ich mal wieder. Heut ist Freitag, glaub ich. Die Woche ist echt mal wie im Flug vergangen. Was hab ich erlebt? Anfang der Woche war ich arbeiten. Business as usual. Gestern, 6. Maerz war Independence Day. Mächtig was los auf den Strassen. Vergleichbar mit der Loveparade oder so und dazu noch ne Menge Paraden. Es gab so viele neue Eindrücke, dass ich gar nicht alle aufzählen kann. Ich kann nur die Freundlichkeit der Menschen hier unterstreichen. Es ist immer wieder erstaunlich wie offen man empfangen wird. Für die Kinder scheint es oft was ganz lustiges zu sein mich zu sehen. Sie scheinen eine kleine Mutprobe daruas zu machen, mir zuzuwinken... wie niedlich...
Naja, jetzt ist gleich Wochenendbeginn und ich überlasse den Blog einigen Impressinonen um meine Unterkunft... viel Spaß damit..

Mittwoch, 5. März 2008

02/03/2008

Sonntag.

Bin zu faul viel zu schreiben, werds protokollarisch festhalten:

- Strand

- Fußball spielen

- Nähere Umgebung zu meiner Wohnung endlich mal erkunden, kenns ja bisher alles nur aus dem Auto

- Abends Essen gehen mit ein paar Leuten und Eis essen in Osu, dabei Leute beobachten

01/03/2008

Wochenende!!!

Das Wochenende fängt gut an, es scheint die Sonne J , wie jeden Tag. Mr. Quartey und sein Kumpel Mr. Quartey, ja verwirrend, haben beide den gleichen Namen, fahren mit mir zum Labadi Pleasure Beach.

In Ghana gibt es jeweils nur sieben Namen für Jungen und Mädchen. Der Wochentag der Geburt entscheidet über den Namen, und bei Mehrdeutigkeiten gibts einfach ein Add on, wie Manu = der Erste, Mensa = der Zweite usw. Wie praktisch, braucht man keine Namensbücher zu wälzen.

Nun denn… es ist ein sehr schöner Strand und im Wasser sind weder Muscheln noch Steine… total angenehm… Nach mehrstündiger Abkühlung spielen wir eine Runde Strandfußball mit ca 10 anderen. Aber nahc 30 min bin ich so kaputt von dem weichne Sand und dem Gelaufe und so, dass ich mich íns Wasser legen muss…Glücklicherweise fällt das nicht so auf, da wir eh los müssen. Mr. Dodoos Hochzeit ist nachmittags und wir sind alle eingeladen. Es ist unglaublich wie viele Menschen in der Kirche sind, grob geschätzt 500. Nach einer lockeren Zeremonie trifft sich alles noch zu einem kleinen Mahl mit Softdrinks. Alles ist generalstabsmäßig durchorganisiert aber total gut.

Direkt nach der Hochzeit treffen wir Mr. Mulume, ebenfalls ein Kollege, der in Nigeria tätig ist, um anstehende Projekte zu besprechen, in seinem Hotel. Danach haben wir und noch ein wenig das Nachleben im „Coffee Shop“ und im „ Jokers“ angeschaut. So gegen drei bin ich dann ziemlich angeballert in mein Bett gekrochen… Was für ein Tag.

Zeremonie


Ich, Mr Quartey, Mr Reece, Ms. Abiba




…und weiter soll es gehen

29/02/2008

Der erste Arbeitstag:

Früh morgens (8:30h) holt Mr. Quartey mich mit dem Auto ab. Zuerst fahren wir in Accra umher, um Mr. Reece, einen sehr netten Kollegen, der eine Zeit in Deutschland gelebt hat, abzuholrn. Nachdem wir kurz in Accra einen Kunden besichtigt haben geht es los nach Tema zu Nexans Ghana. Die ca. 30 km dorthin führt die einzige Autobahn des Landes, da es jedoch Freitag ist, ist dies hoffnungslos überfüllt. Hilft alles nichts, mussen wir ausharren, ohne Klimaanlage L. Bei Nexans sind die Menschen total nett und aufgeschlossen, und heißen mich herzlich Willkommen. Diese Freundlichkeit ist fast nicht zu beschreiben… So, nun startet die Arbeit. Mittag gibt’s was in der Kantine, mein erstes afrikanischen Gericht: irgendein Fisch in Tomatensauce oder so mit Yam (sieht roh aus wie ein Stück Holz, wird zubereitet wie eine Kartoffel und schmeckt auch so). Fürs erste echt lecker. Getränke gibt’s teilweise aus Plastiktüten, die man an einer Seite aufbeißt und nach Möglichkeit bald darauf leert, da man diese ja nicht abstellen kann. Nach einem langen Tag bei Nexans (20h verlassen wir das Büro) fährt der Werksfahrer uns zu einem Tro-Tro Stand. Tro-Tros sind Kleinbusse, die einen mit ca 15 qanderen in einem Bus für 8 Personen für schmales Geld fast überall hinbringen . Mr. Reece und ich entscheiden uns aber ein Taxi zu nehmen. Nach ca. 20 min sind auch noch zwei weitere Menschen gefunden, die in die gleiche Gegend wollen. Die Taxis versuchen hier stets voll besetzt zu fahren, da pro Person und Strecke (2 Cedi 1,4€ für die 30 km) abgerechnet wird. Das Taxi verlasse ich am bekannten Max Mart, wo Mr. Quartey mehr als 90 min auf mich gewartet hat, um mich nach Haus zu bringen. Wie freundlich…

… auf zu neuen Taten

28/02/2008

So, jetzt bin ich endlich in Ghana. Nach einem schweren Abschied und einer langen Reise (Hamburg (2 Stunden Verspätung) à Dubai (6 Stunden Aufenthalt) à Accra) habe ich Ghana endlich erreicht. Auf dem Flug von Dubai nach Accra: ein feiner Zufall. Die junge Afrikanerin, die neben mir saß, kommt zufällig aus Accra und studiert Medizin in Heidelberg. So konnte ich die noch ungeklärten Fragen über Ghana auf dem Flug auf Deutsch klären J . Kaum in Ghana angekommen, die nächste nette Überraschung. Mr. Quartey, mein Chef bei CBB Business Ltd. respektive Ibit Ltd) und seine Freundin holen mich vom Flughafen ab, um mich zu meiner Wohnung in La(badi) (Süd-Ost Accra) zu bringen. Auf dem Weg dorthin merke ich wie nett und freundlich die Menschen hier sind. Als wir die Lodge erreichen, bin ich das erste Mal mächtig durchgeschwitzt. Es ist unglaublich heiß hier, und die hohe Luftfeuchtigkeit macht es für Menschen, die direkt aus dem norddeutschen Winter anreisen, nicht unbedingt angenehmer. Die Wohnung hat jedoch in jedem Zimmer einen Deckenventilator, welche die Akklimatisierung fürs erste erleichtern. Und auch ansonsten ist es eine echt schmucke Unterkunft.

Abends, nachdem ich meine Sachen ausgepackt habe, hat Mr. Quartey mich abgeholt, um mit mir zum Trade Fair (Messezentrum) zu fahren. Hier wird einfach alles ausgestellt und verkauft. Und überall wo man langgeht ist laute Musik und die Menschen haben einfach gute Laune. Nachdem wir alles bestaunt haben, vom Bleistift über Haarfärbemittel bis hin zu Dachziegeln, fahren wir zum Max Mart, einem Einkaufszentrum, in etwa so groß wie ein kleiner Edekamarkt, um mich fürs erste mit Lebensmitteln und Weiterem auszustatten. Zu fortgeschrittenerer Stunde machen wir uns noch einmal auf, um nach Osu zu fahren. Dort ist mehr oder weniger das Zentrum Accras.

Das waren soweit meine Eindrücke und Erlebnisse in den ersten Stunden.





... to be continued