Da bin ich mal wieder…
Was gibt’s zu berichten? Nichts besonderes, zumindest was die Arbeit betrifft. Jedoch was meine Unterkunft betrifft. Der „Worst-Case“ für dieses Klima hier ist eingetreten. Mein Kühlschrank verweigerte den Dienst am Freitag. Das heißt, es gab nur noch warmes Wasser zu trinken und die Lebensmittel haben sich schneller nen „Pelz“ übergezogen, als ich es gedacht hätte. Also los, nen Anderen kaufen. Da es hier aber nur recht hochpreisige Neugeräte im Elektronikfachhandel zu erstehen gibt, entscheide ich mich für die Fridge-Corner. Das ist eine Straße im Nordwesten Accras, ca 700m lang, wo etwa 20 verschieden kleine Händler versuchen ihre frisch aufpolierten Gebrauchtgeräte aus dem vorigen Jahrtausend an den Mann/Frau zu bringen. Das Problem, das unverzüglich auftritt, ist, dass mich alle für einen Touristen halten, und somit die Preise einfach erstmal verdoppelt werden. Aber mal ganz ehrlich. Was soll ein Tourist mit einem Kühlschrank? Naja, egal. Hier sind die Menschen wenigstens ehrlich, und als ich sage, dass ich für den mir offerierten Preis ganz bequem einen Neuen im Fachhandel erwerben könnte, geht der Preis ein wenig runter. Nun erklärt man mir, dass ich, da ich ja schließlich helleren Hauttyps bin, stinkreich zu sein vermag. Als ich nun erkläre, dass ich Student sei, schenkt man mir keinen Glauben an die angespannte finanzielle Situation deutscher Studenten. Schlussendlich, nach mehrstündigen Verhandlungen, erstehe ich ein Gebrauchtgerät in gutem Zustand für ca. 50€. Inklusive zwei Wochen Garantie. Ein guter Preis, wie mir mein Chef versichert. Ich konnte den Verkäufer jedoch nicht davon überzeugen mein Altgerät in Zahlung zu nehmen J.
Nun, das war der eher anstrengende Vormittag. Nachmittags sind wir zu sechst zum Strand gefahren. Nicht irgendein Strand. Bojo-Beach. Ein schneeweißer Sandsrand, der nur mit einem Boot zu erreichen ist, und selbst mitgebrachte Getränke sind nicht gestattet. Ein Erlebnis. Nach fünf Minuten Strandfußball und einer beherzten Grätsche ist mein Knie blutig… verd…te Muscheln. Aber entschädigt werd ich kurze Zeit später, als ein Kamerateam, rund 20 Personen, zum Strand kommt. Erstaunlicherweise, bis auf den Kameramann und die Techniker, nur junge Frauen. Als ich nachfrage, was das denn damit auf sich habe, erklärt man mir, dass die dort eine Folge zur Wahl der „Miss University of Ghana“ drehen. Wie interessant. Das war der Tag, und ich falle gegen Zehn am Abend mächtig erledigt ins Bett.
Am Sonntag entschließen wir uns mal die „Accra-Mall“ auf einen Kaffee zu besuchen. Aber selbst in diesem sehr westlichen Ambiente serviert man nur „Instant Brühe“. Da die Geschäfte hier auch am Sonntag geöffnet haben, entschließe ich mich ein Kaffeesieb, Filter und Kaffeepulver zu kaufen, da Kaffeemaschinen annähernd mit Gold aufzuwiegen sind. So habe ich seit diesem Sonntag das Vergnügen des Filterkaffees. Man kann/will sich halt nicht an alles gewöhnen ;) Am Nachmittag wasche ich dann noch meine Wäsche… mit der Hand!
Nun sehe ich grad im Fernsehen, dass eine Wasserknappheit anzustehen scheint… bin dann mal weg, Wasser kaufen…
Machts fein und haltet die Ohren steif…
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen